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Die Schnabelkanne

Schbalekanne von vorne ( 82 kB )

Bereits in den Grabungsfotos fällt in der Südostecke des Grabes 1 die Schnabelkanne auf. Sie ist aus Bronze gefertigt, mit rund 50 cm Höhe die größte unter den bekannten 6 Kannen dieses Typs und ausgezeichnet erhalten. Typisch und namengebend ist der große Ausguß, der an einen Schnabel erinnert.

Die Öffnung der Schnabelkanne ist reich mit Tier- und Menschenfiguren verziert. Diese Art der Verzierung ist typisch für die keltische Kunst des 5. vorchristlichen Jahrhunderts.

An der Kanne wurden Reste eines Gewebes gefunden - ein Glücksfall, denn Stoffe erhalten sich nur selten und unter günstigen Umständen. Ein Beispiel sind die in Hochdorf ergrabenen Gewebereste.

Die Untersuchungen führten zu dem Schluß, daß die Kanne - mit Ausnahme des Schnabels - vollständig in ein Tuch eingewickelt war; ein um die Kanne gewickeltes Band hielt das Tuch in Position. Der Erhaltungszustand der Gewebereste haben eine Rekonstruktion des Tuches ermöglicht. Es ist eine einfache Leinenbindung, deren Kettfäden unterschiedliche Farben haben. Wenn, wie ich vermute, auch die Schußfäden verschiedenfarbig waren, gab das zusammen ein Karo-Muster, das auch heute noch in keltischen Ländern durchaus verbreitet ist ...

In der Kanne fanden sich Reste der Füllung - einem Getränk aus vergorenem Honig. Die Pollenanalyse ergab das unten gezeigte Bild der Herkunft des verwendeten Honigs.

Herkunft des Honigs aus der Schnabelkanne ( 75 kB )

Herkunftsgebiete der Pollen des Mischhonigs aus der Schnabelkanne nach der heutigen Pflanzenverbreitung 1. Vogelsberg, 2 Untermain, 3 Spessart, 4 Taunus, 5 Lahn, 6 Rhön, 8 Odenwald, 9 Marktheidenfelder Platte, 10 Fulda-Werra-Bergland, 11 Fichtelgebirge.

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Abb. 1: Die Kanne von vorne links mit den Figuren

Schnabelkanne von hinten ( 85 kB )

Die Schnabelkanne von hinten.

Rekonstruktion der Schnabelkanne ( 92 kB )

Rekonstruktionszeichnung der Schnabelkanne. Die Kanne ist in Stoff eingehüllt, der mit Bändern befestigt ist.

Gewebe an der Schnabelkanne ( 45 kB )

Ein Teil des Gewebes, das die Kanne umhüllt.